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<title>Tragflügelboot</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Tragflügelboot</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Ein <b>Tragflügelboot</b> oder <b>Tragflächenboot</b> ist ein <a href="High_Speed_Craft" title="High Speed Craft">Hochgeschwindigkeitswasserfahrzeug</a>, das bei steigender Geschwindigkeit mittels des <a href="Dynamischer_Auftrieb" title="Dynamischer Auftrieb">dynamischen Auftriebs</a> unter Wasser liegender <a href="Tragfl%C3%A4che" title="Tragfläche">Tragflügel</a> (Hydrofoils) während der Fahrt angehoben wird. Dadurch berührt der <a href="Schiffsrumpf" title="Schiffsrumpf">Rumpf</a> nicht mehr das Wasser. Das Fahrzeug „schwebt“ über der Wasseroberfläche. Da sich dann nur ein kleiner Teil des Fahrzeugs (Tragflügel und Ruderblatt sowie ggf. Vortriebselement (<a href="Propeller" title="Propeller">Propeller</a> oder <a href="Wasserstrahlantrieb" title="Wasserstrahlantrieb">Jet</a>)) unterhalb der Wasseroberfläche befindet, werden die <a href="Schiffsma%C3%9Fe#Verdrängung" title="Schiffsmaße">Verdrängung</a> und der Reibungswiderstand deutlich reduziert. Dadurch wird bei gleicher Antriebsleistung eine höhere Geschwindigkeit erreicht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte_(1900–1934)"><span id="Geschichte_.281900.E2.80.931934.29"></span>Geschichte (1900–1934)</h2></div>
<p>Die Entwicklung der Tragflügelboote begann um 1900, wobei es bereits vorher Ideen dazu gab. Kurz nach 1900 beschäftigte sich der italienische Luftschiffkonstrukteur <a href="Enrico_Forlanini" title="Enrico Forlanini">Enrico Forlanini</a> (1848–1930) mit der Entwicklung von Flugbooten. Daraus entstand das erste einsatzfähige Tragflügelboot, gebaut 1906, als dessen Erfinder er allgemein gilt. Er überquerte damit den <a href="Lago_Maggiore" title="Lago Maggiore">Lago Maggiore</a> und erreichte mit seinem propellergetriebenen Tragflügelboot eine Geschwindigkeit von 38 Knoten (rund 70 km/h). Aufgrund seiner Verdienste wurde der <a href="Flughafen_Mailand-Linate" title="Flughafen Mailand-Linate">Flughafen Mailand-Linate</a> nach ihm benannt.
</p><p>Zu dieser Zeit, im März 1906, beschrieb der amerikanische Tragflügelbootpionier William E. Meacham in einem wissenschaftlichen Beitrag das Grundprinzip der Tragflügelboote. Daraufhin beschäftigte sich der amerikanische Erfinder <a href="Alexander_Graham_Bell" title="Alexander Graham Bell">A. G. Bell</a> ab 1908 ebenfalls mit dieser Technologie und stellte 1919 nach mehreren Versuchsbooten ein erstes verwendbares Tragflügelboot (Bell HD-4) vor.
</p><p>In England beschäftigte sich der englische Schiffbauer <a href="John_Isaac_Thornycroft" title="John Isaac Thornycroft">John Isaac Thornycroft</a> im Rahmen von militärischen Anwendungen ebenfalls mit dieser Technologie. Er hatte an der Universität von Glasgow bei <a href="Lord_Kelvin" class="mw-redirect" title="Lord Kelvin">Lord Kelvin</a> und Professor <a href="William_John_Macquorn_Rankine" title="William John Macquorn Rankine">William John Macquorn Rankine</a> studiert und war sehr erfolgreich in der Konstruktion und Antrieb von <a href="Torpedoboot" title="Torpedoboot">Torpedobooten</a> der <a href="Royal_Navy" title="Royal Navy">Royal Navy</a>. Er experimentierte mit den Elementen der Tragflügelboote, um die Geschwindigkeit seiner Torpedoboote zu erhöhen.
</p><p>In Deutschland beschäftigte sich Hanns Schertel von Burtenbach seit 1919 mit Tragflächenbooten, sein Ziel war der schnelle Personentransport auf dem Wasser. Sein größter Erfolg war eine Demonstration für die <a href="K%C3%B6ln-D%C3%BCsseldorfer_Deutsche_Rheinschiffahrt_AG" class="mw-redirect" title="Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG">Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG</a> mit seinem achten Versuchsboot <i>Silbervogel</i>. Mit diesem Boot und sieben Passagieren führte er im April 1934 eine erfolgreiche Demonstrationsfahrt von Mainz nach Köln und zurück durch. Das Boot hatte eine Leistung von 50 PS und erreichte eine Geschwindigkeit von 55 km/h. Mit Geschwindigkeiten über 100 Kilometern pro Stunde gewann <a href="Fritz_von_Opel" title="Fritz von Opel">Fritz von Opel</a> am 14. Juli 1927 mit dem Tragflügelboot OPEL II die „Trophée de Paris“ auf der Seine.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a> begann man sich um 1930 mit den theoretischen Grundlagen der Hydrodynamik von Unterwassertragflügeln zu beschäftigen und erste Versuchsboote entstanden. 1941/42, also im Krieg, beschäftigte sich <a href="Rostislaw_Jewgenjewitsch_Alexejew" title="Rostislaw Jewgenjewitsch Alexejew">Rostislaw J. Alexejew</a>, der als „Vater des sowjetischen Tragflügelboots“ gilt, mit der Entwicklung eines Stabilisierungssystems und baute 1943 ein Versuchsboot, welches jedoch die Erwartungen noch nicht erfüllte.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weitere_Entwicklung_und_heutige_Verwendung">Weitere Entwicklung und heutige Verwendung</h2></div>
<p>Die Gebrüder <a href="Sachsenberg-Werke" title="Sachsenberg-Werke">Sachsenberg</a> übernahmen 1940 das Gelände der <a href="Schlosswerft#Gebrüder_Sachsenberg_(1940–1945)" title="Schlosswerft">Schlosswerft</a> in <a href="Hamburg-Harburg" title="Hamburg-Harburg">Hamburg-Harburg</a> und bauten hier die mit Schertel neu entwickelten Tragflügelboote unterschiedlicher Größe von 5 bis 100 Tonnen für die <a href="Kriegsmarine" title="Kriegsmarine">Kriegsmarine</a> und das <a href="Heer" title="Heer">Heer</a>. Die Gruppe um Schertel und seinen Partner, Chefkonstrukteur Karl Johann Büller, führte diese Entwicklungen nach dem Krieg in der Schweiz als <i>Supramar AG</i> weiter, was zur Entwicklung des ersten kommerziellen Tragflügelbootes <i>PT-10</i> führte, das 1953 auf dem Lago Maggiore in Dienst gestellt wurde.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie vergaben die Lizenz für den Bau von Booten nach ihrer Konstruktion dann an die Cantieri Navali Rodriquez in Messina (Italien).<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Etwas später entstanden ähnliche Konstruktionen auch in der <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a> und den <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Passagiertransport_mit_Tragflügelkonzepten"><span id="Passagiertransport_mit_Tragfl.C3.BCgelkonzepten"></span>Passagiertransport mit Tragflügelkonzepten</h3></div>
<p>Zwischen 1974 und 1985 stellte <a href="Boeing" title="Boeing">Boeing</a> etwa 30 <a href="Passagierschiff" title="Passagierschiff">Passagierschiffe</a> vom Typ <a href="Boeing_929" title="Boeing 929">Boeing 929</a> her, die auf Tragflügeln eine Reisegeschwindigkeit von 80 km/h erreichten.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerybox" style="width: 154px">
<div class="thumb" style="width: 152px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Tragflügel-Passagier-Fährschiff in Sydney</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 208.66666666667px">
<div class="thumb" style="width: 206.66666666667px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Passagier-Tragflügelboot Typ <i>Kometa</i> der „Aegean Flying Dolphins“ bei Piraeus</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 216px">
<div class="thumb" style="width: 214px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Tragflügel der <i>Eraclide</i> (<a href="Liberty_Lines" title="Liberty Lines">Liberty Lines</a>) bei Reisegeschwindigkeit</div>
</li>
</ul>
<p>Tragflügelboote werden heute hauptsächlich für die Personenbeförderung auf Flüssen, z. B. in <a href="Russland" title="Russland">Russland</a>, zum Transfer zwischen dem Festland und Inseln und zwischen Inselgruppen, etwa von der italienischen Reederei <a href="Liberty_Lines" title="Liberty Lines">Liberty Lines</a>, eingesetzt. Auch militärische Projekte wurden erfolgreich in mehreren Staaten umgesetzt; inzwischen sind sie weitgehend ausgemustert und gegen einfacher konstruierte Fahrzeuge mit größerer Tragfähigkeit ersetzt worden. Wegen der Empfindlichkeit der Tragflächensysteme gegen hohe Wellen und der Unfähigkeit, mit niedrigen Geschwindigkeiten operieren zu können, haben sich Tragflächenboote für die militärische Nutzung als weniger brauchbar erwiesen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Segelboote_mit_Tragflügelkonzepten"><span id="Segelboote_mit_Tragfl.C3.BCgelkonzepten"></span>Segelboote mit Tragflügelkonzepten</h3></div>
<p>Es existieren auch Tragflügelboote mit <a href="Segel" title="Segel">Segelantrieb</a> (z. B. <a href="Hydropt%C3%A8re" title="Hydroptère">Hydroptère</a> oder Boote der <a href="International_Moth_Class" title="International Moth Class">International Moth Class</a>). Die <a href="Vestas_Sailrocket" title="Vestas Sailrocket">Vestas Sailrocket</a> wurde mit Tragflügeln dafür gebaut, den Geschwindigkeitsrekord für Segelboote zu übertreffen. Sie erreichte im November 2011 unter optimalen Umständen eine Geschwindigkeit von mehr als 120 <a href="Kilometer_pro_Stunde" title="Kilometer pro Stunde">km/h</a>.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerybox" style="width: 202px">
<div class="thumb" style="width: 200px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Segelboot, Typ <a href="ILCA_4%2C_6_und_7" title="ILCA 4, 6 und 7">Laser-Jolle</a> mit Tragflächen.</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 177.33333333333px">
<div class="thumb" style="width: 175.33333333333px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">America’s-Cup-Boote der AC-72-Klasse mit Foils (2013).</div>
</li>
</ul>
<p>2013 wurden erstmals bei einem <a href="Americas_Cup" class="mw-redirect" title="Americas Cup">America Cup</a> Unterwasserflügel, sogenannte <i>Hydrofoils</i> oder kurz <b>Foils</b>, verwendet. Beim <a href="America%E2%80%99s_Cup#Der_35._America’s_Cup_2017" title="America’s Cup">35. America’s Cup</a> 2017 wurden alle Katamarane mit Foils ausgestattet. Ruder und Foils werden durch Hydraulik mittels der <a href="Grinder_(Segeln)" title="Grinder (Segeln)">Grinder</a> angetrieben.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>2016 sind sieben Boote bei der Weltumseglung <a href="Vend%C3%A9e_Globe" title="Vendée Globe">Vendée Globe</a> erstmals mit <i>Hydrofoils</i> ausgestattet gewesen. Die Boote der ersten drei Plätze segelten alle mit <i>Foils</i>. Sieger im Rennen 2016/2017 war <a href="Armel_Le_Cl%C3%A9ac%E2%80%99h" title="Armel Le Cléac’h">Armel Le Cléac’h</a> (BANQUE POPULAIRE VIII) in der Rekordzeit von 74 Tagen, 3 h, 35 min und 46 s.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Foilboards_beim_Kitesurfen_und_Wingsurfen">Foilboards beim Kitesurfen und Wingsurfen</h3></div>
<p>Beim Kitesurfen – dem Fahren auf einem Surfbrett oder Wakeboard mit Antrieb durch einen Lenkdrachen (engl. „kite“) – werden auch Foils eingesetzt, siehe <a href="Kitesurfen#Foilboard" title="Kitesurfen">Kitesurfen#Foilboard</a>. Ebenso werden beim <a href="Wingsurfen" title="Wingsurfen">Wingsurfen</a> (auch <i>Wingfoilen</i> genannt) Foilboards mit einer Tragflügelkonstruktion verwendet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Elektrisch_angetriebenes_Tragflügelbrett"><span id="Elektrisch_angetriebenes_Tragfl.C3.BCgelbrett"></span>Elektrisch angetriebenes Tragflügelbrett</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="EFoil" title="EFoil">eFoil</a></i></div>
<p>2021 kamen eFoils auf: Eine Person steht oder liegt angeleint und mit Handsender zur Funkfernsteuerung für die Motorleistung auf einem aufblasbaren oder starrem Board, das auch einen LiIon-Akku enthält. Hecknah führt ein Schwert nach unten ins Wasser, relativ tief daran sitzt der Antriebsmotor mit Schubpropeller, ganz unten eine gepfeilte Tragfläche. Der Unterwasserteil kann in zwei flache Elemente zerlegt werden, die in einen Transportkoffer passen. Der Fahrer reguliert die Motorleistung so hoch, bis die Unterseite des Boards aus dem Wasser steigt. Durch Gewichtsverlagerung kann – bei ausreichend Geschick und Übung – die Flugtiefe der Tragflächen reguliert und Einkurven gesteuert werden.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tragflügelboote_mit_Elektroantrieb"><span id="Tragfl.C3.BCgelboote_mit_Elektroantrieb"></span>Tragflügelboote mit Elektroantrieb</h3></div>
<p>Die in <a href="Collonges_VS" title="Collonges VS">Collonges</a>, Schweiz ansässige Werft MobyFly testete 2023 auf dem <a href="Genfersee" title="Genfersee">Genfersee</a> ihr erstes elektrisches Tragflügelboot, das rund 70 km/h schnell fährt. Geplant sind drei Größen für 20, 60 und 300 Passagiere Tragkraft.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die schwedische Firma Candela Technology AB stellt elektrisch angetriebene Tragflügelboote für den Freizeiteinsatz und für den öffentlichen Fährverkehr her. Die erste Doppelrumpffähre des Typs <a href="Candela_P-12" title="Candela P-12">Candela P-12</a> ist seit Oktober 2024 auf der <a href="Storstockholms_Lokaltrafik#Ekerölinie" title="Storstockholms Lokaltrafik">Ekerölinie</a> in Betrieb.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bauarten">Bauarten</h2></div>
<p>Man unterscheidet drei Bauweisen von Tragflächenbooten, mit unterschiedlichen Verfahren der Auftriebsregelung:
</p>
<dl><dt>Leitertyp</dt>
<dd>Eine Reihe von waagerechten Tragflächen ist zwischen senkrechten, am Rumpf befestigten Holmen eingezogen. Bei zunehmender Geschwindigkeit hebt sich eine Fläche nach der anderen aus dem Wasser, weil der – immer der Gewichtskraft entsprechende – Auftrieb mit immer geringerer Fläche erzeugt werden kann. Die Größe der aktiven Tragfläche wird sozusagen in Stufen geregelt.</dd>
<dt>teileingetauchter Typ (auch U-Typ, V-Typ)</dt>
<dd>Einfach oder mehrfach geknickte Tragflächen (also in V- oder U-Form) sind mit senkrechten oder radialen Streben am Rumpf befestigt. Die Größe der aktiven Tragfläche ändert sich stufenlos mit dem Ein- oder Austauchen.</dd>
<dt>voll eingetauchter Typ (auch T-Typ)</dt>
<dd>Waagerechte Flächen sind mit verstellbarem Anstellwinkel an ein oder mehreren senkrechten Holmen montiert. Die Winkel werden permanent aktiv nachgeregelt, sodass die Flächen immer voll eingetaucht bleiben und eine konstante Tiefe halten.</dd></dl>
<p>Der <b>Leitertyp</b> hat sich nie durchgesetzt. Die <b>teileingetauchte Bauweise</b>, nach der auch hunderte sowjetische Fähr- und Militärfahrzeuge gebaut wurden, wird heute zunehmend von der aufwendigeren, aber effizienteren <b>voll eingetauchten Bauweise</b> abgelöst.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"><span></span></span></div>
<div class="gallerytext">Tragflächenboot mit U-Flächen (Film, Konstruktionsvorstellung Niederlande)</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Tragflächenboot mit V-Flächen (Passagierboot)</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Tragflächenboot mit T-Flächen (Militärboot <i>USS Taurus</i> der <a href="Pegasus-Klasse_(1973)" title="Pegasus-Klasse (1973)">Pegasus-Klasse</a>)</div>
</li>
</ul>
<p>Heute werden Tragflächenboote fast ausschließlich zum Transport von Fahrgästen eingesetzt. Dabei kommen häufig amerikanische oder in Lizenz in der <a href="Volksrepublik_China" title="Volksrepublik China">VR China</a> gefertigte <a href="Boeing_929" title="Boeing 929">Boeing Hydrofoils</a> zum Einsatz, die auf dem Prinzip der voll eingetauchten Tragflächen beruhen. Ebenfalls große Verbreitung haben die russischen bzw. ukrainischen Typen „<a href="Raketa_(Schiffstyp)" title="Raketa (Schiffstyp)">Raketa</a>“ „<a href="Woschod_(Schiffstyp)" title="Woschod (Schiffstyp)">Woschod</a>“ und „Kolchida“ gefunden, die auf dem Prinzip der teileingetauchten Tragflächen beruhen. Sie sind durch eine besonders einfache und robuste Bauweise gekennzeichnet. Die italienische <i>Rodriquez-Werft</i> stellt Passagier-Tragflügelboote vom V-Typ „Foilmaster“ her, die hauptsächlich im Küstenverkehr des Mittelmeers Verwendung finden.
</p><p>Inzwischen sind verschiedene Designer mit hybriden Konzepten, bei denen konventionelle Rümpfe zur Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit mit Tragflächen ausgestattet wurden, aufgetreten. Das bekannteste Konzept dieser Art ist „Hysucat“ aus Südafrika, bei dem am Vorschiff zwischen den Rümpfen eines Katamarans eine starre ungeregelte Tragfläche montiert wird. Es wurde 2006 bei mehr als zwanzig Neubauten erfolgreich angewandt, die bei gleichbleibender Motorleistung ihre Reisegeschwindigkeit um mehr als 15 % steigern konnten. Bei einigen T-Typen erfolgt die Anstellung direkt mechanisch, wobei der Rumpf ähnlich einem Stufenrumpf zweigeteilt ist und mit einem Knickscharnier ausgestattet ist. Wenn der vordere Teil bei steigender Geschwindigkeit aufgleitet, zieht er den hinteren Rumpf vorne hoch und stellt damit die daran befestigte Tragfläche an.
</p><p>Auch das von 2007 bis 2012 schnellste windgetriebene Wasserfahrzeug, die <a href="Hydropt%C3%A8re" title="Hydroptère">Hydroptère</a>, ist ein <a href="Trimaran" title="Trimaran">Trimaran</a> mit Typ-V-Tragflächen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abbildung_auf_Banknoten">Abbildung auf Banknoten</h2></div>
<p>Im Jahr 2025 erschien eine neue 1000-Rubel-Banknote mit einer Abbildung eines Tragflügelboots Meteor-120R unter der <a href="Br%C3%BCcke_von_Saratow" title="Brücke von Saratow">Brücke von Saratow</a>.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>Schiffe – Gleitboote – Tragflächenboote</i>. In: <i>Ausbau</i>, Heft 1/1960, S. 20–27, Paul-Christiani-Verlag, Konstanz 1960.</li>
<li><a href="Ulrich_Scharnow" title="Ulrich Scharnow">Ulrich Scharnow</a>: <cite style="font-style:italic">Lexikon Seefahrt</cite>. 5. Auflage. Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1988, ISBN 3-344-00190-6, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>613</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Tragfl%C3%BCgelboot&rft.au=Ulrich+Scharnow&rft.btitle=Lexikon+Seefahrt&rft.date=1988&rft.edition=5.&rft.genre=book&rft.isbn=3344001906&rft.pages=613&rft.place=Berlin&rft.pub=Transpress+VEB+Verlag+f%C3%BCr+Verkehrswesen" style="display:none"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Hydrofoils?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Tragflügelboote</a></span></b> – Sammlung von Bildern</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Tragfl%C3%BCgelboot" class="extiw external" title="wikt:Tragflügelboot">Wiktionary: Tragflügelboot</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.human-powered-hydrofoils.com/">Muskelbetriebene Tragflügelboote <i>human powered hydrofoils</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.hydroptere.com/">Tragflügeltrimaran <i>Hydroptere</i></a> (französisch, englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.foils.org/">Website der <i>International Hydrofoil Society</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.hydrofoils.ch/">Experimentelle Tragflügelboote aus der Schweiz</a> (englisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.yacht.de%2Fsport%2Fnews%2Ffabel-weltrekorde-fuer-sailrocket-2%2Fa75873.html">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">13. Mai 2014</span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 10. Mai 2014</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ATragfl%C3%BCgelboot&rft.title=Fabel-Weltrekorde+f%C3%BCr+Sailrocket+2&rft.description=Fabel-Weltrekorde+f%C3%BCr+Sailrocket+2&rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20140513013033%2Fhttp%3A%2F%2Fwww.yacht.de%2Fsport%2Fnews%2Ffabel-weltrekorde-fuer-sailrocket-2%2Fa75873.html&rft.publisher=Auf%3A+%27%27www.yacht.de%27%27&rft.date=2012-11-19&rft.source=http://www.yacht.de/sport/news/fabel-weltrekorde-fuer-sailrocket-2/a75873.html"> </span></span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Sabrina Szameitat: <i>Mit Elektroantrieb übers Wasser</i>. In: <i><a href="Die_Rheinpfalz" title="Die Rheinpfalz">Die Rheinpfalz</a></i> #178/2022, Medien Union GmbH Ludwigshafen, 3. August 2022, Zeitgeschehen.</span>
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